IM Switzerland Thun

Rennbericht von André Lorenz:

 

"Vorneweg: Es war mein härtester IM, welcher mich auch mental total forderte.

Schon am Morgen war es sehr windig. Daher war der See nicht schön glatt, sondern ziemlich wellig, was mich viel Energie kostete. Dies machte sich auf den nachfolgenden Disziplinen bemerkbar.

 

Auf dem Rad erging es mir auf der ersten Runde relativ gut; danach bekam ich die Hitze so richtig zu spüren. Zudem machten mir Beinkrämpfe und Brennen der Fusssohlen zu schaffen ( das habe ich bis jetzt noch nie erlebt).

 

Ich kämpfte mich durch und ging dann mit Krämpfen auf die Laufstrecke, wo ich versuchte mit Kaltduschen, Eis und viel Trinken den Körper zu kühlen und in Abwechslung Joggen/Marschieren irgendwie durch zu kommen.

 

Je länger das Rennen dauerte, desto weniger heiss wurde es, umso besser wurde mir und so konnte ich die letzte der drei Runden am schnellsten laufen.

Dank der grossen Unterstützung von Familie und Freunden  finishte ich überglücklich mein bis dahin härteste Rennen."

 

 

WB online, 12. Juni 2023:

 

Vier Oberwalliser gingen am Triathlon-Grossevent von Thun an den Start

 

Aus dem eher kleinen Verein Triathlon Oberwallis haben vergleichsweise viele Athletinnen und Athleten am Ironman Switzerland mitgemacht.

Am letzten Juni-Wochenende hat der Oberwalliser Ausdauer-Triathlet Reinhard Dirren nach rund 18 Stunden den Swissman Extreme Triathlon (270 km, 5500 Höhenmeter) von den Brissago-Inseln auf die Kleine Scheidegg erfolgreich abschliessen können. Zuletzt versuchten sich vier weitere Oberwalliser Triathletinnen und Triathleten am Langdistanzabenteuer Ironman Switzerland (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42 km Laufen) in Thun.

 

Dabei hatten Tatjana Perren, Daniel Agner, Daniel Imboden und André Lorenz einige harte Herausforderungen zu meistern.

 

Der Startschuss mit der Schwimmdisziplin im Thunersee fiel um 6.30 Uhr. Wer dachte, die Hitze sei eine der grössten Herausforderungen, sah sich gleich in den ersten Minuten getäuscht. Bereits am Start hatte der zügige Wind den kühlen See stark aufgewühlt, die Teilnehmenden kämpften sich regelrecht von Boje zu Boje durch die Wellen. Der zusätzliche Kraftaufwand in der Startdisziplin sollte sich im Verlauf des Rennens noch bemerkbar machen. Nach knapp 1:20 Stunden stieg Lorenz als schnellster Oberwalliser aus dem Wasser.

 

Eine gute Verpflegung in der Wechselzone nach dem Schwimmen und der schnelle Übergang auf das Rad machten neuen Mut für den Rest des Tages. Die ersten Kilometer dienten der Fokussierung auf den restlichen Tag und der kurzen Regenerierung. Die morgendliche Wärme noch moderat und die Beine wieder im Takt, konnte das Rennen jetzt richtig beginnen. Daniel Agner erreichte die Wechselzone zum Laufen nach 5:35 Stunden. Durch die zeitliche Verschiebung beim Schwimmen fuhr er fast zeitgleich mit Daniel Imboden (5:49) in Thun ein.

 

Die Umstellung vom Rad zur Laufdisziplin am heissen Nachmittag war vor allem ein Kampf für Kopf und Körper. Es konnte nicht genügend kalte Duschen, Eis- und Trinkstationen entlang der Strecke haben. Auf der Marathondistanz (in drei Runden gelaufen) zeigte sich, wer psychisch und physisch noch einmal Kraft zu finden vermochte.

Nach einer Laufzeit von 4:31 Stunden passierte der erfolgreichste Oberwalliser – Daniel Agner – mit einer Gesamtzeit von guten 11:55 Stunden den Zielstrich. Damit wurde er 52. in der Kategorie M35–39. Daniel Imboden folgte mit 12:30 Stunden (15. bei M55–59) und André Lorenz war nach 12:53 Stunden ein Finisher (20. bei M55–59).

Nach 15:13 Stunden jubelte auch Tatjana Perren gegen 22 Uhr auf dem ikonischen schwarz-roten Ironman-Teppich unter den anfeuernden Rufen von Speaker, Familie und Freunden – «You are an Ironman!». Sie wurde 25. bei F40–44.     

 

Neben den vielen Amateursportlerinnen und -sportlern aus aller Welt war auch der herausragende Schweizer Triathlon-Profi Jan van Berkel mit am Start. Er setzte in Thun den Schlusspunkt seiner ausserordentlichen Karriere. Van Berkel konnte das emotionale Rennen in 8:05 Stunden denn auch erwartungsgemäss als Sieger für sich entscheiden.

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