
Ein Interview mit unserer Athletin Jasmin In-Albon über ihren ersten Triathlon, die Vorbereitung, Herausforderungen und die Freude am Ausdauersport.
Der erste Triathlon ist für viele ein grosser Schritt. Unsere Athletin Jasmin In-Albon hat sich dieser Herausforderung gestellt und ihren ersten Wettkampf erfolgreich absolviert. Im Interview erzählt sie von ihrer Motivation, ihren Erfahrungen und gibt wertvolle Tipps für alle, die selbst mit dem Gedanken spielen, einen Triathlon auszuprobieren.
Jasmin, stell dich kurz vor. Wer bist du und was machst du neben dem Sport?
Mein Name ist Jasmin In-Albon. Ich komme ursprünglich aus Naters und wohne heute in Ried-Brig. Beruflich arbeite ich als Laborantin bei Lonza. Neben dem Triathlon gehe ich
regelmässig ins Fitnessstudio, verbringe gerne Zeit mit meinen Kolleginnen, backe Süssigkeiten und spiele Natwärischpfeife im TPV. (Tambouren und Pfeiffer-Verein)
Was hat dich dazu motiviert, deinen ersten Triathlon zu machen?
Beim letzten S-3 in Brigerbad durfte ich als Helferin dabei sein. Zuerst dachte ich immer, dass man für Triathlon extrem sportlich sein müsse. Vor Ort habe ich aber gesehen, dass Triathlon tatsächlich eine Sportart für alle ist. Es war unglaublich spannend, die Athletinnen und Athleten zu beobachten. Schon während des Wettkampfs dachte ich: «Nächstes Jahr möchte ich selbst am Start stehen.»
Warum gerade Triathlon und nicht eine einzelne Ausdauersportart?
Vorher war ich etwa ein Jahr lang regelmässig laufen. Dabei hatte ich leider immer wieder kleinere Verletzungen. Gleichzeitig wollte ich aber nicht ganz auf den Ausdauersport verzichten. Am Triathlon gefällt mir besonders, dass die Belastung auf verschiedene Körperregionen verteilt ist. Ausserdem liebe ich die Abwechslung zwischen den drei Disziplinen – und natürlich auch die Wechsel dazwischen, auch wenn ich dort noch etwas Übung brauche.
Wie lange hast du dich auf deinen ersten Triathlon vorbereitet?
Ich habe mich nicht gezielt auf einen bestimmten Triathlon vorbereitet. Während rund sechs Monaten habe ich jede Disziplin ein- bis zweimal pro Woche trainiert. In der Wettkampfwoche selbst habe ich allerdings gar nicht trainiert, da gleichzeitig meine praktische Lehrabschlussprüfung stattfand. Mein Fokus lag in dieser Zeit vollständig auf der Prüfung.
Welche Disziplin war für dich die grösste Herausforderung?
Anfangs dachte ich, dass es das Schwimmen sein würde, da ich erst im vergangenen Herbst mit dem Kraulschwimmen begonnen habe und immer noch an meiner Technik arbeite. Beim Wettkampf in Spiez stellte sich jedoch heraus, dass das Radfahren meine grösste Herausforderung ist. Ich habe den Luftwiderstand oft unterschätzt und muss allgemein noch an meiner Leistung auf dem Rad arbeiten.
Wie hat dich unser Verein auf dem Weg unterstützt?
Der Verein hat mich in jeder Hinsicht unterstützt und gefördert. Ohne diese Unterstützung wäre es für mich kaum möglich gewesen, dieses Jahr erfolgreich meinen ersten Triathlon zu absolvieren. Zweimal pro Woche finden Schwimmtrainings für Jugendliche und Erwachsene statt. Seit Kurzem gibt es zusätzlich ein Radtraining am Donnerstag. Ausserhalb der Saison werden anspruchsvolle Trainingsweekends organisiert, bei denen alle drei Disziplinen kombiniert werden. Besonders schön finde ich, dass wir gemeinsam an Wettkämpfe reisen. Das stärkt den Teamgeist enorm. Man spürt, wie viel Leidenschaft der Vorstand und alle Mitglieder in den Verein investieren.
Wie hast du dich am Morgen des Wettkampfs gefühlt?
In der Nacht vor dem Wettkampf hatte ich nur etwa fünf Stunden geschlafen. Auch in den Tagen zuvor war mein Schlaf wegen der Prüfungen eher schlecht. Das richtige Wettkampfgefühl kam erst auf, als wir am Wettkampfort angekommen waren. Die Nervosität und das Bewusstsein dass es jetzt wirklich losgeht, kamen erst kurz vor dem Start am Schwimmbecken. Das Schwimmen empfand ich als erfrischend. Das Radfahren war mit den Höhenmetern herausfordernd, hatte aber gleichzeitig etwas Meditatives. Beim Laufen war der erste Kilometer mit der Steigung ziemlich happig. Trotzdem konnte ich durchziehen und die Ziellinie mit einem Lächeln überqueren. Mein Puls lag während des gesamten Wettkampfs bei etwa 180 – und trotzdem würde ich es jederzeit wieder tun.
Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der seinen ersten Triathlon plant?
Vergleicht euch nicht mit anderen Athletinnen und Athleten. Gerade durch Social Media entsteht schnell der Eindruck, man müsse nach sechs Monaten Training bereits
einen Ironman absolvieren. Trainiert für euch selbst und vergesst nicht, dass der Spass im Vordergrund stehen sollte. Ich selbst habe auch nicht die Zeit, jeden Tag zu trainieren. Meine Freizeit möchte ich genauso mit meinen Liebsten verbringen. Gerade
Athletinnen würde ich empfehlen, ihr Training an den eigenen Zyklus anzupassen und auf die Signale des Körpers zu hören. Wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät, sollte man das nicht ignorieren.
Die Gesundheit steht immer an erster Stelle.
Und ganz wichtig: Genug essen! Zucker ist unser Freund und nicht unser Feind.
Bleibt es bei einem Triathlon oder kommt schon der nächste?
Nein, definitiv nicht. Für diese Saison habe ich mich bereits für die Wettkämpfe in Sitten (Valais Triathlon) und Locarno angemeldet. Ausserdem werde ich dieses Jahr auch am S-3 in Brigerbad teilnehmen. 😉 In dieser Saison konzentriere ich mich auf die Sprintdistanzen.
💬 Zum Schluss
Jasmins Geschichte zeigt eindrücklich: Triathlon ist nicht nur etwas für Profis. Mit Freude an der Bewegung, Geduld und der Unterstützung eines Vereins kann jede und jeder den Einstieg schaffen.
Wir wünschen Jasmin viel Erfolg für die kommenden Wettkämpfe und freuen uns, ihren weiteren Weg im Triathlon mitzuerleben. 🏊♀️🚴♀️🏃♀️
